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Training im Alter - was ändert sich?

November 18, 2019 - Lesezeit: 4 Minuten

Nunja, die Überschrift ist etwas übertrieben. Ich selbst bin jetzt Mitte 40. Je nach Stand alt (aus Sicht meiner Kinder) oder jung (aus Sicht eines Greises).

Trotzdem möchte ich gern auflisten, wie sich mein Sicht auf das Training und das Training selbst verändert haben.

Ich trainiere seit nunmehr 25 Jahren. Dabei habe ich verschiedene Phasen durchgemacht und auch eine gewisse Evolution.

Aber was waren nun die Dinge, die ich gelernt habe und vor allem, warum?

Muskelaufbau versus Krafttraining

Gerade als junger Mensch ist einem die Außenwirkung des Körpers wichtig. Muskelpakete etc um seine Mitmenschen zu beeindrucken. Ich bin selbst niemand, der dazu neigt große Muskelmassen zuzulegen. Die Erfolge waren sichtbar, aber im Laufe der Zeit merkte ich, dass mir der Fortschritt, der in reiner Masse zu sehen ist, einfach nicht motivierend genug ist.

Deshalb habe ich meinen Fokus von Optik hin zu Funktionalität geschoben. Ich bin heute deutlich stärker, als vor 20 Jahren, habe aber weniger Masse. Klimmzüge, Liegestütze, Kreuzheben, kein Problem.

Es liegt wohl auch daran, dass mir die Meinung meiner Mitmenschen immer egaler wird, je älter ich werde. Kraft bemerke ich aber bei jedem Schritt, beim Treppensteigen, Kisten schleppen, etc. Deshalb hat sich das als langfristig motivierende gezeigt.

Ebenso habe ich Ausdauertraining immer weiter ausgebaut. Gerade zu Krafttraining eine gute Ergänzung.

Ernährung

Fleisch und Eier braucht man zum Muskelaufbau. Dachte ich mal. Ermutigt durch Berichte im internet und diverse Bücher wurde ich vor 3 Jahren Vegetarier und vor 2 Jahren vegan. Bis auf sehr seltene Ausnahmen halte ich mich an die pflanzenbasierte Ernähtung.

Ob es eine zufällige Korrelation ist oder Kausalität, ich habe folgende Veränderungen bemerkt:

  • Weniger Infektanfällig (eine Erkältung pro Jahr, die sehr sanft verläuft; früher etwa 3 mal krank)
  • Deutlich bessere Verdauung (hatte wohl ne leichte Laktoseintoleranz)
  • Raschere Regeneration (geschätzt 30% schneller wieder einsatzbereit nach harten Trainings)

Langfristig versus kurzfristige Sichtweise

Früher war mir der nächste Monat wichtiger, als das nächste Jahr. Also Training ohne Rücksicht auf Verluste. Mittlerweile sehe ich das anders. Obwohl ich überdurchschnittlich fit bin, bin ich mir meiner Sterblichkeit bewusst. Was ganz schräg ist, wenn ich bedenke, dass ich in 17 Jahren 60 werde. 60!!! Das ist für mich die Grenze zum Greis. Und mir ist klar geworden, dass eine Verletzung mich zurückwirft. Darum passe ich deutlich mehr auf:

  • Gut Aufwärmen
  • Stretching
  • Ergänzende Übungen, die ich früher nie gemacht hätte (Teraband, etc)
  • Keine gefährlichen Sportarten (Fußball, Kampfsport, etc)

Gerade bei den gefährlichen Sportarten habe ich keine Lust, mich auf andere zu verlassen. Ich habe eine zeitlang Selbstverteidigung trainiert. Aber ich habe es aufgegeben, weil einfach zu viele von Ehrgeiz getrieben waren und keine Kontrolle über sich hatten. Die Gefahr, verletzt zu werden, wurde mir zu groß.

Fazit

Auch im Alter kann man so hart trainieren, wie ein junger Mensch. Aber der Fokus und die Ziele ändern sich, was sich in der Art des Trainings auswirkt.

Über

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